| Hansa ohne Fehl und Tadel |
| Die halbe Kreisliga noch im Abstiegskampf / Thomas Leitert |
Kreis. Schon fast zur Tradition geworden ist die nicht vorhandene Stimmung in der Kreisliga OPR, wenn es um die Vergabe des Kreismeistertitels geht. Schon in den vergangenen Jahren dominierte mit dem SV Protzen und dem SV Union Neuruppin jeweils ein Team die Liga. Jedoch strahlte nie eine Mannschaft eine solche Überlegenheit aus, wie in dieser Saison der FK Hansa Wittstock. Mit 48 Punkten aus 16 Spielen führen die Hanseaten verlustpunktfrei die Tabelle an und deklassieren die Konkurrenz mit Regelmäßigkeit. Hinter dem Klassenkrösus konnte sich der SV Rhinow/G. ansiedeln (37 Punkte) und so die Vorjahresleistung fast komplett bestätigen. Weniger als die Havelländer hat das Überraschungsteam dieser Halbserie auf dem Konto.
Rheinsberg im Aufwind Nach einigen Jahren im Niemandsland der Liga, gelang es dem FSV Rheinsberg unter der Regie von Trainer Siegfried Thieß wieder, an alte Stärken anzuknüpfen. Ebenfalls noch zur Spitzengruppe gehört die Schönberger Elf, die nur das schlechtere Torverhältnis von Platz drei trennt. Mit acht Punkten Rückstand auf das Führungstrio bildet Heiligengrabe die Spitze des Ligamittelfelds. Diesem gehören auch noch der SV Blau-Weiß Walsleben, Eintracht Alt Ruppin, und der SV 90 Fehrbellin an. Neben Heiligengrabe und Fehrbellin, die man in dieser Tabellenregion erwarten konnte, überraschte vor allem Walsleben in einigen Partie und belegt so verdient Platz sechs.
Alt Ruppin enttäuschend Die Enttäuschung dieser Gruppe ist ohne Zweifel der Landesklassenabsteiger aus Alt Ruppin. Dem Team gelang es nur selten sein Potential auszuschöpfen und vor allem hohe Niederlagen gegen Heiligengrabe und Rhinow vor heimischen Publikum schmerzten und führten nach der 0:4-Pleite in Blumenthal (gegen neun Blumenthaler) schließlich zum Rücktritt von Coach Volkmar Rechenberg. Wie eng es in diesem Jahr im Kampf gegen den Abstieg zu geht, zeigt die Tatsache, dass Blumenthal auf Rang zehn und den SV Schwarz-Rot Neustadt II auf dem ersten Abstiegsplatz nur sechs Punkte trennen.
Protzen mit Schwierigkeiten Zu diesem Kreis gehört auch die Negativüberraschung dieser Halbserie, die zweite Landesklassenabsteiger aus Protzen. Dem Team gelang es sehr spät, sich in der Liga zurechtzufinden und so konnten erst in den letzten Spielen Punkte gegen die akute Abstiegsgefahr gesammelt werden. Außerdem haben noch Dreetz, der Kreisklassenaufsteiger Wustrau und Wusterhausen direkten Kontakt zur Abstiegszone. Letztere Mannschaften hatten vor allem Probleme, konstant gute Leistungen abzurufen und mussten so einige unnötige Niederlagen einstecken. Der SV Dreetz verschenkte oft in den Schlussminuten noch Siege, beispielsweise beim 1:1 gegen den SV Rhinow in der 92. Minute und ist so Remiskönig der Liga.
Neustadt hofft noch Die sich momentan auf einem Abstiegsplatz befindende Verbandsligareserve aus Neustadt hat gute Chancen, sich noch zu retten. Mit Unterstützung der ersten Mannschaft holte Neustadt II in der Endphase noch einige wichtige Punkte. Dagegen nur noch theoretische Chancen auf den Klassenerhalt hat TuS Dabergotz. Bei dem Landesklassenteam von einst lief in dieser Serie bisher fast gar nichts zusammen und so stehen nur vier magere Pünktchen auf der Habenseite. Vor allem in der Offensive sah es sehr mau aus bei den Dabergotzern. So warf auch Siegfired Lengenfelder das Trainer-Handtuch, bemängelte die Einstellung und das Engagement der Spieler. Uwe Klähn übernahm das Ruder, bisher aber ohne Erfolg. |
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| Von "optimal" bis "miserabel" |
| Trainer blicken zurück |
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| Hansa Wittstock, Jürg-Andreas Thoß/Dietmar Drabow (Trainer): |
Es ist eigentlich alles optimal gelaufen. Einzig der defensive Bereich zeigte einige Schwächen, die aber nicht zum Tragen kamen, da die Offensive zu stark war. Die Ziele für die Rückrunde sind primär der Aufstieg in die Landesklasse und einige Verbesserungen im taktisch-technischen Bereich. Außerdem werden der Gewinn des Kreispokals und der des Hallenpokals angestrebt. Der i-Punkt wäre es, verlustpunktfrei die Saison zu beenden. |
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| SV Rhinow/Großderschau, Dietmar Möhring: |
Ich bin mit der Hinrunde im Großen und Ganzen sehr zufrieden. Es ist uns nämlich trotz der hohen Anzahl von jungen Spielern gelungen, konstante Leistungen zu zeigen und so den zweiten Tabellenplatz zu erspielen. In der Rückrunde wollen wir uns zwischen Platz zwei und vier ansiedeln und meine Aufgabe wird es vor allem sein, den jungen Spielern die zu oft auftretenden Undiszipliniertheiten abzugewöhnen. |
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| FSV Rheinsberg, Siegfried Thieß (Trainer): |
Es lief nicht alles optimal in der abgelaufenen Serie, aber insgedamt zeigten die Spieler doch recht stabile Leistungen. Das größte Manko ist in der Chancenverwertung festzumachen. Mit ein bisschen mehr Cleverness hätten wir anstatt 46 Tore, sogar 70 schießen können. Für die Rückserie streben wir Platz zwei an und wollen, wenn möglich, die Saison ungeschlagen abschließen. |
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| SV Schönberg, Torsten Grusa (Trainer): |
Man muss schon sagen, dass die Hinserie eigentlich super für gelaufen ist, wenn manvon dem Spiel gegen Walsleben absieht. Unsere Stärke liegt auch in diesem Jahr wieder eindeutig in der Offensive, aber es werden noch zu viele Fehler in der Hintermannschaft gemacht. In der zweiten Runde wollen wir uns, wenn möglich, noch um einen Platz verbessern und stabile Leistungen abrufen. |
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| FSV Heiligengrabe, Christian Jungbluth (Kapitän): |
Vor der Saison stand fest, dass nur 13 bis 14 Spieler für das erste Team zur Verfügung stehen und es so eine schwere Serie werden könnte. Diese Befürchtungen haben sich mit dem fünften Platz, über den wir sehr zufrieden sind, nicht bewahrheitet. Wenn wir am Ende denselben Platz innehalten, sind unsere Ziele mehr als erreicht. |
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| SV Blau-Weiß Walsleben, Holger Engler (Trainer): |
Ich bin mit der bisherigen Leistung und dem Tabellenplatz sehr zufrieden. Unsere Ziele als Aufsteiger wurden übertroffen und ich hoffe, dass wir die Rückrunde in ähnlicher Weise bestreiten können. Das gesicherte Mittelfeld ist dabei unser Ziel. |
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| SV Eintracht Alt Ruppin, Voller Tolle (Abteilungsleiter Fußball): |
Es ist klar, dass wir unser Saisonziel bereits zur Halbserie total verfehlt haben. Aus diesem Grund kam dann auch der Rücktritt von Volkmaar Rechenberg zustande, der seine sportlichen Vorsätze als gescheitert ansah und daher aus eigenem Antrieb sein Amt niederlegte. In der Rückrunde wollen wir nun ein Team für die näachste Spielzeit formen und der zweiten Mannschaft im Kampf um den Klassenerhalt tatkräftig zur Seite stehen. |
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| SV Fehrbellin, Norbert Zarte (Betreuer): |
Vor allem zu Beginn taten wir uns schwer und so gelang es erst im letzten Drittel der Saison wirklich zu punkten. An diese Leistungen der letzten Spiele (drei Siege, ein remis) gibt es anzuknöpfen und dann sollte der einstellige Tabellenplatz ein realistisches Ziel sein. |
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| SV Blumenthal/Grabow, Ralf Lengert (Spieler): |
Richtig zufrieden sind wir eigentlich nicht Zwar zeigten wir in der Regel geschlossene Mannschaftsleistungen und konnten gelegentlich auch spielerisch überzeugen, aber uns fehlt immer noch die Konstanz. Genau da gilt es in der Rückrunde anzusetzen, um so hoffentlich am Ende einen Platz zwischen fünf und acht zu erreichen. |
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| SV Protzen, Dirk-Michael Schulz (Trainer): |
Vor allem zu Beginn der Serie hatten wir große Probleme, uns nach dem Abstieg in der Kreisliga zurechtzufinden. Das lag vor allem an den Abgängen von Leistungsträgern, die nur schwer zu kompensieren waren. In den letzten Spielen war dann eine positive Tendenz zu erkennen, auf die wir aufbauen wollen. Platz sechs bis acht war unser Ziel und daran wollen wir festhalten. |
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| SV Dreetz, René Schmidt (Trainer): |
Es geht bei uns gegen den Abstieg. Das wird mit unserer jungen Truppe ein hartes Stück Arbeit werden. Wie schon in der ersten Halbserie fehlt uns vorne ein Knipser. |
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| TSV Wustrau, Dirk Teichert (Trainer): |
Wir sind als Aufsteiger gestartet und unser Ziel war von Anfang an der Klassenerhalt. Dieser wäre momentan gesichert und damit muss ich erst einmal zu frieden sein. Wenn man aber die einzelnen Spiele betrachtet, bin ich es überhaupt nicht. Aufgrund zweifelhafter Einstellungen einiger Spieler wurden oft leichtfertig Punkte verschenkt. Wenn wir das in der Rückrunde nicht abgestellt bekommen,wird es sehr schwer, in der Kreisliga zu bleiben. |
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| FC Wusterhausen, Frank Brunnemann (Trainer): |
Zu Beginn der Hinrunde war ich sehr zu frieden mit den gezeigten Leistungen meiner Mannschaft, doch was sich einige Spieler dann leisteten, ist unerklärlich. Eine Disziplinlosigkeit sondersgleichen (über 40 gelbe Karten und meherer Platzverweise) setzte ein, die nicht den betroffenen Spielern, sondern dem Verein schadete. Aus diesem Grund setzen wir uns in den nächsten Wochen auch alle an einen Tisch und ich hoffe, dass dann alle verstehen, dass es hier um den FC Wusterhausen und nicht um einzelne Personen geht. |
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| SV Schwarz-Rot Neustadt II, Mike Scheffler (Trainer): |
Wir haben vorn eben viel zu wenig Tore geschossen und hinten zu viele reinbekommen. So steht man dann halt auf einem Abstiegsplatz. Diese Defizite, vor allem in der Offensive, müssen wir verbessern ung an die letzten Hinrundenspiele anknüpfen, dann schaffen wir auch den Klassenerhalt. |
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| TuS Dabergotz, Heiko Rähse (Abteilungsleiter Fußball): |
Die Erfolgslosigkeit hat aus meiner Sicht eigentlich drei wesentliche Gründe: Zum einen die Disziplinlosigkeit vieler Spieler, dann das Verletzungspech, gegen das man gar nichts ausrichten kann und außerdem die nicht zu planen gewesenen Abgänge von Spielern mitten in der Serie. Der Start der Rückrunde wird zeigen, ob wir noch eine kleine Chance auf den Klassenerhalt haben. Sollte das nicht der Fall sein, gilt es bereits für die nächste Saison eine schlagfertige Mannschaft zu formen. |